Fingerfraktur

Viel war passiert innerhalb des einen Jahres, in welchem das Wesen hinter dem Blog dem Schreiben entsagte. Nun erzählt es nach.

Am sogenannten Dreikönigstag, genauer nun am 06. Januar, trug es sich zu, dass sich besagtes Wesen hinter dem Blog einen Waschfimmel bekam und die Pölster der Couch, des Sofas, besagter Liegefläche zur Entspannung jedenfalls, wusch.

Um seinen Kopf gemütlich auf selbiger ablegen zu können, wollte es in den frühen Abendstunden, zu welchen es zu besagter Jahreszeit bereits Stockfinster ist, in besagter Finsternis, einen Polster aus dem Zimmer holen welches man allgemein Schlafzimmer nennt.

Von jeher, zumindest seit geraumer Zeit, fand es das Wesen hinter dem Blog eigenartig, dass Erwachsene, welchen ohnehin ihre ganze Wohnung zur Verfügung haben, zu diesem Schlafzwecke, dass größte Zimmer für sich selbst beanspruchen.

So war es gekommen das besagtes Wesen sich das kleinste Zimmer, für besagten Zweck der Regeneration, ausgesucht hatte. Diesem Umstand geschuldet befand sich links und rechts des großen Bettes nicht viel Platz zu der Zimmerwand. Besagten Wasch oder dann doch Putzfimmel jenes Tages, war es geschuldet das der Dampfreiniger, dummerweise, neben dem Bette verblieben war.

Es kam wohl wie es kommen musste, in der winterlichen Dunkelheit, Lichtschalter sind ja lediglich Dekoration, vergaß es das der Dampfreiniger noch neben dem Bette stand, rannte, obwohl es ging, mit sogenannter voller Wucht dagegen, kam ins straucheln und fiel.

Ein Knacken störte die nächtliche Ruhe des doch leisen Sturzes, als der kleine Finger der linken Hand den Kampf gegen die Kante des gläsernen Nachttischens, mit den massiven verchromten Umrandungen, verlor.

Der Taekwondo Grieche, seines Zeichens – man verzeihe den folgenden Anglizismus – my Partner in Crime, erzählt übrigens, er vernahm einen dumpfen Ton gefolgt von einem Lachanfall.

Tatsächlich muss ich gestehen, dass ich mir weder dem Ausmaß des Sturzes, noch dessen Konsequenzen, bewusst war und schallend über meine ungeschickte Geschicklichkeit lachen musste, dass mittlerweile angeknipste Licht des hinzugekommenen Taekwondo Griechen offenbarte das besagter Finger etwas widernatürlich abstand.

Sicher, er wäre nur ausgerenkt machte ich mich daran in wieder einzurenken, ohne Erfolg. Es folgte eine durchaus lange Nacht in einem Spital meines Nichtvertrauens in der Nähe und ein Gips, welcher Handrücken und Unterarm vollends einnahm.

Abgesehen davon das ich mir den Gips in den ersten Nächten durchaus mal gewaltig gegen die Stirn donnerte, wurde absolut alles zu einer sagenhaften Herausforderung. Zähne putzen, Duschen – sowohl einseifen als auch Haare waschen und auch das An und Ausziehen. In die meisten meiner Oberbekleidungsstücke wollte der gegipste Arm nämlich einfach nicht reinpassen.

Nach einigen Tagen hatte ich den Dreh langsam raus, was bedeutete das ich Zahnpasta, Duschgel, Shampoo und einiges mehr zwischen linken Oberarm und Rippen einklemmte, warum ich dies erzähle, es erheiterte mich manchmal einfach ungemein.

Autofahren war mir untersagt und so möchte ich hier all jenen danken, welche sich bereit erklärten mich regelmäßig zu den Kontrollen im Spital zu bringen, Hundefutter und sonstiges für mich einzukaufen und mich zum Broterwerb brachten, bevor ich meinen Krankenstand antrat. Danke!

Apropos Kontrollen, war man gegen halb acht am Morgen im Spital, konnte man sich sicher sein das man es vor halb zwölf oder doch zwölf nicht mehr verlassen würde. Es mag fies, unangebracht, erscheinen, aber jedes Mal wenn ich jemand mit einem eingegipsten Bein in Jeans sah, fühlte ich mich unfähig und gab mich Überlegungen hin wie zum Teufel Menschen mit eingegipsten Bein noch in ihre Jeans kamen. Ein (noch?) ungelöstes Mysterium, jedoch muss ich diese Erfahrung definitiv nicht selber machen. Ein Beinbruch, für mich ein Horrorszenario.

Das hinzugekommene Sportverbot, an welches ich mich tatsächlich hielt, machte mich nämlich langsam aber sicher Gaga in der Birne, stundenlang lief ich daheim auf und ab und war immer heilfroh, wenn sich jemand fand der mit mir und den hündischen Damen des Hauses zu ruhigeren Zeiten einen Spaziergang unternahm. Zwei Hunde mit zwei Leinen und einem Arm, eine weitere Herausforderung die ich nicht bewältigen wollte.

Erneut: apropos Horrorszenario. Horrorszenarien gab es im Spital genug, nun gut Horror mag etwas überspitzt sein, dennoch zerrten die Götter in Weiß dann immer wieder etwas an meinen Nerven, vom ersten Tag war es ein hin und her ob der gebrochene Finger nun operiert werden würde oder nicht. Tatsächlich hieß es bei jeder Kontrolle etwas anderes, einmal Ja, einmal Nein.

In die Fachambulanz wurde ich geschickt, damit der Oberarzt entscheiden könne, mit Termin, aber an besagten Tag war der Oberarzt nicht da, nach stundenlangen Warten, Rätseln der Ärzte und dem Zuhören wie sich Ärzte irgendwie…seltsam…über vorige Patienten äußerten, hieß es nun doch wieder keine Operation. Nur damit es bei der nächsten Kontrolle wieder hieß, vielleicht doch.

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Dieses Problem löste ich nach dem Erhalt einer sogenannten Fingerflinte, durchaus etwas unvernünftig, selbst, ich ging einfach nicht mehr zu den Kontrollen. Jedoch sollte ich nun wohl anfügen das ich für dieses Operations-Rätsel-Spiel durchaus Verständnis aufbringen konnte, den Finger hatte ich mir nämlich, wie konnte es auch anders sein, Diagonal gebrochen, was die Sache verkomplizierte.

Dezenten Horror mit Spaß gab es auch, als der Gips, glücklicherweise lediglich einmal, gewechselt wurde. Kaum war der Gips nach den ersten zwei Wochen unten, roch ich an meinem Arm und bat darum selbigen Waschen zu dürfen. Mit einem verständnisvollen Lächeln wurde mir selbiges im Gipsraum erlaubt, was zu einer fünf Minütigen Waschorgie führte. Stets begleitet von „Aber passen’s auf ihr‘n Finger auf, sachte, sachte.“

Als der Finger nun erneut geschient und der Arm eingegipst werden sollte, war ich dezent verwundert das besagte Schiene nun quasi gerade angebracht wurde, davor war die Schiene mithilfe des anderen kleinen Fingers angepasst worden. Nun bog der Bandagist oder Gipsist, die Schiene nachdem der Arm eingegipst war und mir entfuhr hierbei ein nicht dezenter, nicht jugendfreier, Fluch. In Form von „*Piep*. Entschuldigung. *Piep*. Entschuldigung. *Piep*. Entschuldigung.“

Das folgende „Nun ab zum Röntgen, wenn wir Glück haben liegt alles richtig und wir müssen nicht nochmal schienen“, lies mich Stoßgebete gen himmlischer Obrigkeit senden.

Aber wir oder doch irgendwie nur ich, hatten Glück, alles sah gut aus aber vielleicht müsse man doch operieren, dies würde sich bei der nächsten Kontrolle entscheiden. Ich konnte es nicht mehr hören.

Eine weitere Waschorgie gab es übrigens just in jenem Moment in welchem der Gips endlich abkam, vorerst im Spital und später zu Hause. Bis dato ziert den Finger ein kleiner Knubbel direkt an dem ersten Gelenk, abbiegen lässt er sich nicht mehr, was immer wieder zu unglücklichen Situationen führt, da er auch noch schmerzt, wenn er quasi gewaltsam abgebogen wird. Aber, tippen kann er, dies reicht mir.

3 Kommentare

  1. Eigentlich gefällt mir ja nicht was dir passiert ist. Aber du hast die Odyssee deines Sturzes so gut, witzig und spannend hier beschrieben, dass ich den Button doch anklicken musste.
    Na denn, wünsche ich dir nun täglich mehr Heilung und entsprechende Beweglichkeit deines Fingers! 🍀
    Liebs Grüßle von Hanne 🌞🌻

    Gefällt 2 Personen

    • Dankeschön, typische Poesie des Alltags eben 🙂 Viel Hoffnung für den Finger gibt es allerdings nicht mehr- laut Ergotherapie – erneut Brechen soll ein Gedanke wert sein…Zumindest für jene die nicht selbst Betroffen waren 🙂

      Gefällt 2 Personen

      • Den gleichen Vorschlag bzw Option gab es für meinen Mittelzeh, bei dem eine OP etwas schief gelaufen ist und deshalb ohne Gefühl durchhängt. Aber irgendwie lernt man damit umzugehen, was ich auch dir wünsche 🌞🍀

        Gefällt 1 Person

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