Das war die Muse Drones Worldtour Kinonacht

Obwohl die britische Band Muse bis dato spurlos an mir vorbeigegangen war stand ich nun, an der Seite des Taekwondo Griechen, im Kino und ließ mir von einem Plakat versichern gleich die beste Show der Welt zu sehen.

Zuweilen etwas fies und trotz des Bestrebens unvoreingenommen zu sein, denke ich mir bereits hier meinen Teil. Manchmal kann man es schlichtweg übertreiben und bald soll ich gewahr werden was es Bedeutet wenn;

 eine zarte Muse zur aufgeblasenen Diva

wird.

Die überaus opulente Show startet auf der großen Leinwand und ziemlich schnell soll ich merken, dass Muse zwischen den gezeigten Titeln doch nicht, mittels eingespielter Interviews, über den kreativen Prozess hinter der Show berichten wird. Ich bin versucht enttäuschend zu sagen.

Tatsächlich wird man von Beginn an mit Informationen, Tönen, LED Lichtern und natürlich Drohnen erschlagen. Lediglich der scheinbare Hintergedanke der Show wird kurz, einem Untertitel gleich, eingeblendet.

You want to leave people with the idea that they ask the question themselves about the role of technology in our lives and whether it’s a good thing or a bad thing.

Grob übersetzt: Wir wollten die Leute dazu bringen über die Rolle der Technologie in unserem Leben nachzudenken und ob es etwas Gutes oder Schlechtes ist.

 Muss immer alles gut oder schlecht sein?

Etwas schwer der folgende Start der Show, während runde oder eiförmige Drohnen, in welchen soeben scheinbar ein Fötus heranwachst, über das Publikum schweben, ertönt Musik einem elektronischen Kirchenchor gleich, auf den LED Bildschirmen erscheinen Sätze wie; My father was killed by drones, ich muss an die, durchaus umstrittenen, Drohneneinsätze in Pakistan nachdenken, bei welchen mehrere Zivilisten, darunter Kinder getötet wurden…aber dazu äußere ich mich hier nicht weiter.

Nach 1 Stunde und 40 Minuten ist die beste Show der Welt auch schon wieder vorbei, was wohl bedeutet das man von der besten Show der Welt nur Auszüge zu Gesicht bekam und dies wiederum könnte der Grund für das heillose Überfordern des geneigten Kinobesuchers sein.

Von, wie erwähnt, eiförmigen Drohnen mit Projektionen darin, einer Reaper Drohne, die immer mal wieder über das Konzertpublikum schwebt und dabei ihren Suchscheinwerfer über selbiges kreisen lässt, Konfettisalven über verschiedenste Projektionen auf den Videowänden, wobei man den gezeigten Grafiken und Kurzfilmen durchaus etwas abgewinnen kann, bis hin zu einer Art Transformer Puppenspieler der die Muse Mitglieder mittels Laserfaden zu bewegen scheint.

Ich spreche ihnen nicht ab sich die Show gut überlegt zu haben, aber für mich wird es irgendwann einfach zu viel und vor allem in den letzten zehn Minuten ziehe ich es vor mir eher den Kinoboden anzusehen.

Erst einige Tage später, in den heimischen vier Wänden, soll ich erfahren, dass der geneigte Kinobesucher in den eiförmigen Drohnen Projektionen zu sehen bekam, welche während der Konzerttour gar nicht möglich waren, da laut einem Interview mit dem Sänger einige Projektionen Live nicht so funktionierten, wie sich die Band das vorstellte, diese wurden für den Konzertfilm virtuell hinzugefügt.

Zeitgleich schnappe ich auf, dass die Drohnen während der Konzerttour auch gerne mal ihren Dienst versagten und während drei Auftritten gänzlich auf die Drohnen verzichtet werden musste. Ja, ja…die Technologie.

Zurück bleibt die Frage ob der geneigte Konzertbesucher eine, vor allem durch die Reaper Drohne, durchaus bedrohliche Stimmung, in seinem vermutlich euphorischen Gemütszustand, überhaupt begreifen konnte?

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