Sleepy Hollow: kopfloser Wiedergänger

Im Film Sleepy Hollow wird der junge Polizist, Ichabod Crane, welcher seinen Vorgesetzten zu liberale Ansichten vertritt, in besagten Ort strafversetzt, um dort Morde aufzuklären. Dort angekommen erfährt er von der Geschichte des hessischen Reiters, welcher im Unabhängigkeitskrieg aus Deutschland rekrutiert wurde und schließlich enthauptet wurde. Nun soll er ein Wiedergänger sein, der die Köpfe seine Opfer sammelt. Im weiteren Verlauf erfahren wir nun wer, wie und warum die Person den hessischen Reiter kontrolliert und nach den Köpfen der Einwohner trachtet.

Interessant das der kopflose Reiter im Film ein Deutscher ist, denn tatsächlich gibt es hier Sagen über kopflose Wiedergänger, welche im Gegensatz zum Film ihren Opfern die Lebenskraft mittels Berührung nahmen.

Im Rheinland glaubten die Menschen der kopflose Wiedergänger müsse nach seinem Tod für Sünden büßen.

Beging ein Mitbürger Suizid, was damals eine schwere Sünde darstellte, zeigte er das er weder an die Güte noch Gnade Gottes glaubte. Sie erhielten ein sogenanntes Eselsbegräbnis, wobei der Verstorbene von einem Henker geköpft und anschließend an einer Wegkreuzung oder ungeweihten Boden begraben wurden. Hierbei wurden sie auch mit einem Pfahl unter der Erde festgenagelt.

Auch jene Menschen, welche sich am Ackerland ihrer Nachbarn bereichert hatten, zum Beispiel durch das Versetzen der Grenzsteine, durften vom Geschädigten an jener Stelle, an welcher sich der Grenzstein befunden hatte, bis zum Kopf eingegraben werden. Anschließen wurde der Pflug sooft über sein Haupt geführt, bis selbiger abgetrennt wurde oder nicht mehr vorhanden war.

Somit diente im Rheinland der kopflose Wiedergänger als Abschreckung vor Sünde, hier nahm er das Leben nicht, sondern bewahrte es indem er als Mahnmal erschien, wollte jemand eine Todsünde begehen.

Auch Klaus Störtbecker, seines Zeichens Seeräuber um nicht Pirat zu sagen, wurde mit seiner Mannschaft verhaftet und in Hamburg, am 21. Oktober 1401, vor den Henker gestellt. Vor seiner Enthauptung soll er mit dem Bürgermeister ausgehandelt haben, dass alle Männer an welchen er noch kopflos vorbeilief verschont werden würden. Tatsächlich soll er an elf Männern, kopflos, vorbeigeschritten sein bevor ihm der Henker ein Bein stellte.

Trotz der Vereinbarung wurde keiner der restlichen 72 Männer verschont. Der Mythos hält sich bis heute, obwohl laut Medizinern dem Menschen ein Wandeln ohne Kopf nicht mehr möglich sein soll, sobald das Gehirn vom Rückenmark getrennt werde erleide der Körper einen spinalen Schock und sacke in sich zusammen. Doch auch von Kriegern und Soldaten wird erzählt, dass ihre Körper, nachdem ihr Kopf vom Gegner im Angriffslauf abgetrennt wurde, noch einige Meter weiterliefen.

Tatsächlich belegt ist allerdings nur der kopflose Mike, ein Hahn, der nach seiner Enthauptung noch 18 Monate weiterlebte, bevor er erstickte.

Für das Abendessen am 10. September 1945 wollte der Bauer Lloyd Olsen in Colorado einige seiner Hähne schlachten, seine Schwiegermutter war angekündigt. Nachdem der erste Hahn, Mike, geköpft war flatterte der Hahn davon, da dies an sich noch nicht ungewöhnlich war, richtete er die anderen Hähne und stellte erst nach einer halben Stunde verdutzt fest das Mike noch nicht zur Ruhe gekommen war und versuchte, mittels Picken, nach Fressbaren am Boden zu suchen.

Als er am nächsten Morgen nach dem Hahn sah, fand er ihn, mit dem Kopf unter den Flügeln, ruhig und tief atmend, als würde er lediglich schlafen. Nun begann er den Hahn zu füttern, führte Körner in die Speiseröhre ein und schob diese mit Wasser in den Magen. Es funktionierte. Mike lebte fröhlich weiter.

Einige Tage später brachte der Bauer seinen Hahn nach Salt Lake City in eine veterinärmedizinische Universität. Die Vorliebe seiner Schwiegermutter für Hühnerkragen hatte Mike das Leben, vorerst, gerettet. Der Bauer hatte das Messer so hoch unterhalb des Kopfes angesetzt, dass der Gehirnstamm des Hahnes größtenteils am Körper verblieben war, selbst ein Ohr entdeckten die Mediziner noch, ein Blutgerinnsel verhinderte zudem das der Hahn ausblutete.

Es folgten Reportagen, ein Eintrag ins Guinness Buch der Rekorde und Ausstellungen, der Bauer verdiente nicht schlecht an seinem Wunderhahn und etliche weitere Hähne mussten in der Hoffnung einen weiteren Mike zu kreieren ihre Köpfe hinhalten, ohne Erfolg.

Aber auch Mike entging dem Tode nicht endgültig, immer wieder sammelte sich Flüssigkeit und Sekret an der Öffnung seiner Luftröhre, sobald er zu Gurgeln begann entfernte der Bauer diese Sekrete mithilfe einer Spritze, doch eines Nachts konnte er diese nicht finden und Mike erstickte.

Im April dieses Jahres folgte Mike ein Huhn aus Thailand, ob es geschlachtet werden sollte oder dem Angriff eines Raubtieres überlebte ist nicht geklärt. Jedenfalls wird das Huhn nun von einer Tierärztin betreut, welches das Huhn, ähnlich wie Mike von seinem Bauer, über die Speiseröhre mit Nahrung, Wasser und Antibiotika versorgt.

 

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